Die Sammlung
Dass die Sevi Sammlung erhalten geblieben ist, verdanken wir einigen glücklichen Umständen. Man war in der Firma stets damit beschäftigt, Neuheiten zu entwickeln und niemand hatte ein besonderes Interesse an den alten Sachen. Wenn sie nicht mehr aktuell waren, dann wurden die Ausstellungsstücke einfach in eine grosse Kiste geworfen und wie die Kiste voll war, landete sie am Dachboden zu Vastlè.
Als wir das Stammhaus in Wolkenstein verkauften, hat dann mein Bruder Heinz die alten Muster sorgfältig verpackt und die Kartone landeten auf Stellagen in der Fabrik in Pontives, wo sie wieder vergessen wurden.
Ähnliches geschah mit den Stücken, die auf den Messen ausgestellt wurden. So häuften sich mit der Zeit eine stattliche Anzahl von großen Kartonen an, in der die Spielsachen eher wahllos ausgemustert wurden.
1998 wurde die Firma an die Trudi spa verkauft und einige Mitarbeiter erinnerten sich an die alten Muster und meinten, diese müssten in Gröden bleiben. So wurden sie im Keller und in der Garage unseres Hauses aufgestapelt und wieder mehr als 20 Jahre lang vergessen.
Dann kam die Corona Pandemie und man hatte plötzlich jede Menge Zeit.
Es ist meiner Frau Burgi zu verdanken, dass wir uns an die Arbeit machten, Kiste für Kiste zu öffnen, die Objekte abzustauben, zu fotografieren und in handliche Schachteln zu verpacken. Judith Sottriffer hat so manches gebrochene Stück liebevoll und fachkundig repariert.
Damit war die Arbeit nicht zu Ende, jedes Teil musste noch in einer Datenbank registriert werden, damit man es in den 680 Schachteln auch finden kann.
Dem unermüdlichen Einsatz von Paulina Moroder, Direktorin des Museum de Gherdeina und Mathias Stuflesser, Abteilungsleiter für ladinische Kultur ist es zu verdanken, dass ein Depot für die Sammlung gefunden, eine erste Ausstellung organisiert und bald wohl auch eine definitive Bleibe gefunden wird, wo dieses Grödner Kulturerbe erlebt werden kann.