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Negative Affirmation

<div class="runtext">Brock ärgert sich heute noch über Herbert Marcuse (Frankfurter Schule), der den Begriff der Affirmation als platte Zustimmung gegenüber den Phänomenen des Alltagslebens ins Spiel brachte. Demgegenüber versteht Brock unter Affirmation nicht die 100%ige Bejahung eines Zustimmung fordernden Anspruchs, sondern die mittels 150%iger Überhöhung radikalisierte Formulierung dieses Anspruchs. Durch die Drastik der Bejahung wird die Sinnlosigkeit vieler Aussagenansprüche in ihrer Konsequenz deutlich. Es entsteht ein sog. Kippeffekt. Beispiel: der vielzitierte Dienst nach Vorschrift. Jede Organisation, die sich in jedem Punkt an ihr selbst auferlegtes Regelwerk hält, kommt binnen kürzester Zeit zum Erliegen. Die Affirmationsstrategie wird von vielen Künstlern genutzt, um Aussagenansprüche in ihrer Begründungslogik zu zerschlagen. Leider wird dabei häufig übersehen, daß die affirmative Strategie nicht in allen Handlungsfeldern überzeugend eingesetzt werden kann. Dort wo die Realität sich bereits selbst in ihren Grenzen thematisiert, kann Affirmation die notwendige ästhetische Differenz ( vgl. <a href="brain://vyPiirh9x1u_oALUQlOxrg/ÄsthetischeDimension" class="thought-link">ästhetische Dimension</a>) nicht mehr erzeugen und dementsprechend keinen Kippeffekt bewirken.

Die theoretische Aufbereitung der Affirmationsstrategie entwickelte Brock aus der Erkenntnis der Selbsterhaltungstendenz von Systemen. Je stärker Systeme mittels Schließung versuchen, ihre Autonomie zu wahren, umso anfälliger wird die Gesamtstruktur für spontane Fluktuationen.</div>

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