Analogie
<div class="runtext">Nach herkömmlichem Sprachgebrauch Bezeichnung für ein Entsprechungsverhältnis einer wort- oder bildsprachlichen Äußerung zu einem vorgegebenen Objekt (siehe Ikonografie). Die Aussage der Vorgabe (z.B. Bild oder Skulptur) soll durch die sprachliche Äußerung möglichst angemessen (quasi identisch) reproduziert werden. In diesem Sinne definiert das Werk selbst den Rahmen seiner möglichen Interpretierbarkeit und Bedeutung, indem es von sich aus evidente Analogiebildungen nahelegt.
Gemäß den Prinzipien der ästhetischen Differenzbildung ist es allerdings unmöglich, ein identisches Entsprechungsverhältnis zwischen Vorlage und Äußerung herzustellen. Vielmehr herrscht zwischen Objekt und Thematisierung unüberwindbare Differenz (vgl. Abbildtheorie). Die einzige Möglichkeit der Überwindung der Differenz bestünde im unmittelbaren Verweis auf die Vorlage selbst. Analogiebildung bedeutet demzufolge Abweichung von den objektimmanent vorgegebenen Bezugsgrößen.
Natürlich können Analogiebildungen durch den Künstler, bzw. das Werk selbst nahegelegt werden, die Grenzen der Möglichkeiten der Analogiebildung werden hierdurch jedoch nicht ausgeschöpft. So ist es für jeden Rezipienten oder Beobachter möglich und gemäß dem Verständnis eines Kunstwerks als Gebrauchsgut für einen selbst sogar notwendig, den Rahmen des Vorgegebenen zu überschreiten. Die Aneignung eines Objekts gelingt erst dann in zufriedenstellender Weise, wenn der Rezipient Möglichkeiten findet, innerhalb der Sphäre des eigenen Lebenshorizonts und der eigenen Alltagssituation Bezüge zum Objekt herzustellen.
Dies entspricht übrigens der Brockschen und Beuysschen Vorstellung des programmatischen Kürzels von "Kunst gleich Leben"</div>