Animismus
Ursprünglich Lehre von der Allbeseelung, die in der Vorstellung kulminiert, dass die Materialität der Welt restlos von einem Seelenstoff durchdrungen ist, folglich jedes Objekt per se Subjektcharakter hat.
Während für den dialektischen Materialisten die Dinge erst durch Bearbeitung Reflexionseigenschaft gewinnen, stellen avancierte Systemtheoretiker wie Ranulf Glanville zur Disposition, die Beobachtbarkeit von Objekten von deren Selbstunterscheidungsfähigkeit abhängig zu machen. Im Kontext der ästhetischen Theorie entfaltet sich die animistische Dimension grundsätzlich in der Animation des Beobachters, des Rezipienten. Dementsprechend verfügt ein Objekt oder Phänomen dann über animistische Qualitäten, wenn es in der Lage ist, eine psychodynamische Wirkung im Rezipienten zu entfalten.
Literatur
• Ranulph Glanville: Objekte, Merve Berlin 1990