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Mimesis

<p>Nach Plato findet die <a href="brain://ELkemmCubVqL50jCzeMa5w/Form" class="thought-link">Form</a> des einzelnen Dings ihre Ursache, ihr Wesen (<i>eidos</i>) nicht innerhalb, sondern ausserhalb ihrer selbst, in der Ideenwelt. Die Ideen sind keine Bestandteile der sinnlich wahrnehmbaren Welt, sie können nur auf geistigem Weg, durch Wesensschau erkannt werden (<i>theoria</i>). Die Form der Einzeldinge hängt dementsprechend von Urbildern (<i>paradeigma</i>) ab, die nach Platon in sich vollkommen und unwandelbar makellos sind. Die Dinge sind demnach nicht makellos, sie sind veränderlich und hierarchisch den Ideen nachgeordnet. Das Allgemeine ist bei Platon also höherrangig als das Besondere, Individuelle (<i>universale ante rem</i>). Das Verhältnis der Einzeldinge zum Bereich der unwandelbaren Ideen bezeichnet Platon zunächst als Teilhabe (<i>methexis</i>), später als Nachahmung (<i>mimesis</i>).

Der Begriff der <i>mimesis</i> sollte nach Luhmann als Grundbegriff der Ästhetik gegen den Begriff der <a href="brain://SDDKoD_DslCc1QcCH-a8yw/Kommunikation" class="thought-link">Kommunikation</a> ausgetauscht werden. Traditionell geht es bei Mimesis um das Verhälnis von Urbild und Abbild, von realem Vorhandensein und geistiger Vorstellung, aber das Problem ist, daß mit der Konstitution selbstreferentieller Systemtypen die Referenz nach außen hin obsolet geworden ist. Man kann Objekte, Leistungen, etc. ob wirtschaftlicher, erkenntnismäßiger oder künstlerischer Art nicht an einer Entsprechung nach außen hin messen, so Luhmann. Das Problem muß in die Differenz von <a href="brain://Qfa8fcEIEl-U0NqJIa2smg/Selbstreferenz" class="thought-link">Selbstreferenz</a> und Fremdreferenz verlagert werden. Es geht um die kombinatorische Bezeichnung von selbst und anderem. Es geht immer um Kommunikation, z.B. durch <a href="brain://XFcjOTMIVV-OsFPANkcpkA/Kunst" class="thought-link">Kunst</a> mit Hilfe des Kunstwerkes. Die absolute Kontrolle über das was richtig verstanden, gesehen wird, ist nicht gegeben. Das soll aber nicht heissen, daß beliebige Interpretationen möglich sind. Es geht nur das, was das kommunikative Netz aufnimmt. Das hängt unter anderem von Seh- oder Hörgewohnheiten ab. Der Kontext ist also nicht linear, sondern netzwerkartig und Moden unterworfen. Er wirkt auf jeden Fall limitativ. Wer teilnehnen will, muß die Bedingungen erfüllen. Es geht nur wenig, aber was geht, verdankt sich einem unglaublichen Prozeß der Gelegenheiten.

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<b>Literatur:</b>

Niklas Luhmann/Dirk Baecker/Frederick D. Bunsen: Unbeobachtbare Welt. Über Kunst und Architektur, Bielefeld 1990, S. 61 ff.

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