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Antike Gesellschaft

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<p>Kann Gesellschaft angemessen begriffen werden, wenn man sie als <a href="brain://g0mPFlB_p1Koj8McAOVaiw/System" class="thought-link">System</a> begreift? Diese Frage stellt sich nach Luhmann bereits zu Beginn der alteuropäischen Gesellschaftsphilosophie. Der aristotelische Gesellschaftsbegriff hatte nach Luhmann nämlich bereits systemtheoretischen Charakter. So wurde Gesellschaft als ein Ganzes verstanden, das aus Teilen besteht. Das Ganze- das war die Gemeinschaft der Bürger, die <i>koinonia</i>. Dennoch wurde dieses Ganze lediglich von einem Teil des Ganzen vertreten, nämlich durch die politische Gesellschaft, die <i>koinonia politike</i>. Aristoteles gab damit der öffentlichen Sphäre den Vorrang gegenüber dem Hauswesen (<i>eukos</i>) und der Theorie der politischen Gesellschaft den Vorrang gegenüber der Systemtheorie.

Die Angehörigen des <i>eukos</i> galten nicht als Vollbürger, ihnen kam die Teilnahme am tugendhaften Leben nicht zu. Ihnen ging es nach Aristoteles um das nackte Überleben und um die Befriedigung elementarer Bedürfnisse.<sup>1</sup> Die <i>polis</i> Bürger hingegen hatten die Möglichkeit zum tugendhaften Leben.<sup>2</sup> Sie waren geeinigt in der Vorstellung, "gut" leben zu wollen und sie hatten die Freiheit, sich selbst zu bestimmen. Die Möglichkeiten und Grenzen des "richtigen Handelns" fixierte Aristoteles in seiner Lehre der politischen Ethik, die ihre letzten Grundlagen in der Natur des Menschen fand.

Die gesellschaftliche Systemstruktur war also die der Hierarchie. Die politische Gesellschaft war als Teil der Gesellschaft zugleich der Zweck des Ganzen, und die private Sphäre des Hausstandes war Mittel zum Zweck. Die Begriffspaare lauteten: Ganzes/ Teil, Oben/ Unten, Zweck/ Mittel.

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<b>Fußnoten</b>

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  1. Auch Hegel spricht später noch vom Knecht, der bestimmt ist zu dienen, der am Leben hängt und den Antrieben seiner sinnlichen Bedürfnisse unterworfen ist.
  2. Körperliche Arbeit galt nach Aristoteles als Selbstverlust. In der Neuzeit sollte sich diese Vorstellung ändern. Nach Marx dient Arbeit beispielsweise zur Persönlichkeitsbildung.

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<b>Literatur</b>

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• Habermas/Luhmann: Theorie der Gesellschaft oder Sozialtechnologie. Theorie-Diskussion, Ffm. 1985</p>

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