Mustertheorie Christopher Alexander
Semper vivus (immer lebendig)
- Es gibt eine grundlegende graduelle Lebendigkeit. Dies beginnt mit der Lebendigkeit leerer Räume. Der Raum ist der kreative Urgrund für das Leben. Alles Existierende besitzt eine grundlegende Qualität des Lebens. Das Leben entfaltet sich aufgrund einer im Raum vorhandenen Kraft oder Potentialität. (31)
- Es geht um die graduelle Lebendigkeit von Systemen aufgrund ihrer Sruktur und ihrer dynamischen Entfaltung. Leben ist ein Phänomen, das sich im Raum spontan entfaltet, als strukturelle geometrische Komplexität.
- Menschen spüren eine Resonanz zur Lebendigkeit. Sie haben ein Gefühl dafür, das man trainieren kann.
- Es geht um die Gestaltung positiver Lebensumgebungen, die Stress vermeiden und Freiheitsgrade und Lebensqualität erhöht.
- Es geht um ein Denken jenseits des mechanistisch-cartesischen Weltbildes, jenseits von einfachen Kausalitäten. Die Alternative ist der künstlerisch-ästhetische Blick, das Eingewobensein, die Werte, die Schönheit, die Poesie. (vgl. ästhetische Dimension)
- Es geht nicht um stupide mathematische Formeln für Nachhaltigkeit oder Energieverbrauch oder Mülltrennung, sondern um den Aufbau lebendiger Ordnungen, funktionierender Kulturlandschaften und das Zusammenwirken von biologischen und nichtbiologischen Systemen.
- Gestaltung ist so verstanden der Versuch, lebendige Ordnungen der differenzierten Entfaltung zu erzeugen! Was sind verbindende Ordnungsmuster zwischen einer Ozeanwelle, einer Architektur, einem Bild, einer Symphonie?
- Einzelne Zentren, Systeme, Gestalten helfen anderen Zentren, lebendiger (dynamischer) zu werden.
- Wir brauchen eine neue Urteilsfähigkeit für Qualität, die durch Vergleich entsteht (52)
Literatur:
Leitner (2016: Mustertheorie: Einführung und Perspektiven auf den Spuren von Christopher Alexander
Christopher Alexander: Notes on athe Synthesis of Form, Harvard University Press 1964
Christopher Alexander: A pattern language: Towns, Buildings, Construction, Oxford University Press 1977