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Affektkommunikation

Ebene jenseits der linguistischen, bzw. symbolischen Kommunikation mit allen typischen Symptomen jenes äußersten Affektes, der als organisches Phänomen seit den dreißiger Jahren unseres Jahrhunderts erforscht wird und von Hans Selye die Bezeichnung "Stress" erhalten hat. Stress ist eine überlebensdienliche Funktion des kognitiven Systems, welches unter dem Eindruck einer Affektation eine schnelle Anpassungsleistung vollziehen muß. Dabei vermeidet das kognitive System komplizierte und differenzierte Entscheidungsprozesse und greift auf einfache Regulatoren zurück. Die Affektation kann körperliche aber auch psychische Ursachen haben. Die körperliche Anpassung in Bezug auf den Stressor geschieht durch schnelle Aktivierung von Energiereserven für die motorische Aktivität, wie Erhöhung der Herzfrequenz, des Blutdrucks, Mobilisierung der Schweißdrüsen, des Tränenapparates o.ä (bekanntes Phänomen: plötzliche Wangenrötung), die psychische Anpassung ist gleichbedeutend mit einer drastischen Reduktion bewußt-gedanklicher Assoziationskompetenz (bis hin zum sog. "blackout"). Die Aktivierung der Energiereserven geschieht durch Ausschüttung des sog. Stresshormons Cortisol.

Stress wird im wesentlichen durch die Konfrontation mit Angst, Entsetzen oder Schrecken, aber auch durch traumatische Eingriffe in die körperliche Unversehrtheit hervorgerufen. In Bezug auf Kunst und Kunstvermittlung spielt Affektkommunikation deshalb eine wichtige Rolle, weil durch die Stresswirkung Aufmerksamkeit erzwungen wird. Der Rezipient wird quasi genötigt, sich mit dem Exponat oder der künstlerischen Aktion zu beschäftigen, ohne selbst über seine Aufmerksamkeitsbereitschaft entscheiden zu können.

Literatur

Heiner Mühlmann:

• Archäologie der antiken Rhetorik, Manuskript 1990 (über den Lehrstuhl für Ästhetik, Uni Wuppertal, zu beziehen)

• ders.: Entwurf einer kulturgenetischen Theorie., Wien; New York : Springer 1996, ISBN 3-211-82778-1

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