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Soziodesign

Unter Soziodesign (heute: Civic- oder Social Design) versteht man die seit Anfang der 70er Jahre vertretene Erkenntnis, Umweltfaktoren, soziale und gesellschaftsrelevante Prozesse bei der Generierung und Rezeption von Objektcharakteren aller Art stärker zu berücksichtigen. Damit ist der Weg vom objkektbezogenen Design zum Kommunikationsdesign skizziert. Der Kommunikationsdesigner versteht sich als Gestalter lebensweltlich relevanter Beziehungsgefüge. Die von ihm formulierten Artefakte sind also nicht losgelöst von gesellschaftlich relevanten Kontexten zu begreifen.

Gerade die Dynamik der heutigen Medienentwicklung und die fortschreitende Computerisierung unserer gesamten Lebenswelt erfordert einen veränderten Umgang der Produktion als auch Rezeption von Informationen. Es wird mehr und mehr deutlich, wie sehr die Möglichkeiten des Sag-, Zeig- und Denkbaren von medialen und technischen Voraussetzungen abhängen und wie wichtig es für den heutigen Gestalter ist, mit seiner Tätigkeit auf die komplexen Anforderungen unserer Zeit zu reagieren.

Design erbringt Integrationsleistungen auf unterschiedlichen Ebenen. In gesamtgesellschaftlicher Hinsicht sorgen Designer für Übersicht, Ordnung und Nachvollziehbarkeit aller relevanten Kommunikationen. Die Fülle, Folgelastigkeit und Mehrdeutigkeit von Kommunikation wird durch gestalterische Methodik auf ein verstehbares Maß reduziert. So geht es z.B. in der Unternehmenskommunikation um das homogene Zusammenwirken von Web, Print, Kampagnen, Wort-Bild-Marke, wie es sich in einem erfolgreichen Corporate Design manifestiert.

Darüberhinaus verlangt das Tätigkeitsprofil des modernen Gestalters in verstärktem Maße die Integration von theoretischen, technischen, medialen, sozialen und gestalterischen Aspekten.

Die zunehmende Bedeutung designrelevanter Umwelten erfordert vor allem eine neue Dimension der Begründung gestalterischer Handlungen und Entscheidungen. Gestalter müssen sich in verstärktem Maße die Frage nach dem "Wozu" aller Bemühungen stellen und das bedeutet, sie müssen auf der Basis einer komplexen Analyse zu einem wertbegründenden Urteil gelangen.

Erst diese Reflexivdimension läßt den Gestalter zum Spezialisten für kommunikativen Ordnungsaufbau und Vermittlung werden. Die Vielschichtigkeit dieser Anforderung macht ihn zum Generalisten. (vgl. Generalismus)

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