Open in TheBrain

Internet

Das Internet stellt heute die avanciertesten Möglichkeiten der Wissensgenerierung, Archivierung und Präsentation dar. Gerade hier gilt es für Designer, Informationen zu erzeugen, indem sie vorhandene komplexe Datenmengen sinnvoll reduzieren, strukturieren, mit Bedeutung versehen und relevant kontextuieren. Sie müssen Problemkonstellationen anschaulich machen (Visualisierung), können das aber nur, wenn sie selbst genügend Problembewußtsein entwickelt haben. Die Gestaltung brauchbarer Informationssysteme erfordert ein gesteigertes Maß an sozialer, historischer und kommunikativer Kompetenz.

Das Internet ist zu einem erweiterten Kulturraum geworden, es ist Sprachorgan, Handlungsfeld, Rezeptions- und Produktionskanal aller Bereiche der funktional differenzierten Gesellschaft. Die Gesellschaft nutzt das Medium zur Selbstbeschreibung, Darstellung und Archivierung von Informationen der unterschiedlichsten Art und wir sehen bereits deutlich, wie stark die Art der medialen Konfiguration auf gesellschaftliche Ereignisse zurückwirkt. Aus seiner eigenen, internen strukturellen Komplexität heraus, entwickelt das Medium Anlässe zum Verstehen, zum Erinnern und zum Vergessen, die wesentlich über das hinausgehen, was wir aus anderen Medien bislang kannten.

Umso wichtiger ist es für den modernen Gestalter, nicht nur über das Medium zu reflektieren, sondern mit den Mitteln des Mediums zu denken, zu experimentieren und zu handeln. Der Gestalter muss wissen, welche Möglichkeiten das Medium bietet, er muss einen Überblick darüber haben, welche Möglichkeiten innerhalb des Mediums in den verschiedenen Bereichen bereits realisiert wurden und er muss sich vor allem darin üben, die Möglichkeiten der hypermedialen Aufbereitung von Bild, Bewegtbild, Text, Sound, Automatisierungsroutinen und interaktivem Handling, also letztlich reflexivem Handling dieser Operationen sinnvoll einzusetzen.

Attachments