Fremdheit
Das grundlegende Geworfenheitsgefühl (jawohl: Heidegger) des auf der Basis von Differenztheoremen operierenden Zeitgenossen (es ist eine fremde und seltsame Welt), vermittelt durch die Erkenntnis der Unüberwindbarkeit der Kluft zwischen intra- und extrapsychischen Vorgängen und der damit einhergehenden grundlegenden Unsicherheit im Umgang mit Welthaltigem, führt zur Option einer ästhetischen Gesamtschau der Realität, bis hin zur Fähigkeit das je eigene als fremd zu handhaben. Die systematische Entfremdung vom Eigenen (Vertrauten) führt zur Möglichkeit einer Neuaufbereitung von Differenzierungsschemata und eröffnet dementsprechend eine flexiblere Kopplungs- und Interpretationsdimension beim Umgang mit Weltbeständen. So ist es eine künstlerische Standardstrategie, Belanglosigkeiten und alltägliche Selbstverständlichkeiten mit dem Blick des kulturfremden Beobachters neu zu entdecken und dementsprechend zu thematisieren. Die Universalisierung dieses Strategems führt zur lebenspragmatisch bedeutsamen und glücklich machenden Erkenntnis, der Identität weder Eigenes, noch Fremdes längerfristig anhaften zu lassen. (vgl. Leere)