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Ruine

<div class="runtext">Die klassische Forderung der Kunstrezeption ist die der möglichen Übereinstimmung von Inhalt und Form, von Gedanke und sprachlicher Vergegenständlichung. Allerdings zeigt die Kunstgeschichte, daß gerade von nichtperfekten, fragmentarisch- unvollständigen, von ruinösen Werken eine größere Wirkung ausgeht. Diese Wirkung begründet sich durch die niemals aufhebbare Differenz von Inhalt und Form, Intra- und Extrapsyche und der spezifischen Funktionsweise unseres Weltbildapparates, der erst durch die Differenzkonstruktion von Anschauung und Begriff entsprechende Stimulanzdimensionen ausbildet. In diesem Sinne ermöglicht das ruinöse Werk eine intensivere Thematisierung der ästhetischen Dimension. Der moderne Künstler kann durch ruinierende Verfahrensweise die potentielle Wirksamkeit seiner Werke erhöhen,wenn er in Rechnung stellt, daß es um die bewußte Ruine, die gewollte Abweichung geht.</div>

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